Wildreis

Wildreis – Reis aus der Wildnis?

Der Name Wildreis ist irreführend, denn er ist tatsächlich kein Reis, sondern eine Wasserpflanze aus der Familie der Süßgräser. Seine Form ähnelt der von Langkornreis, allerdings sind Wildreiskörner schwarz und deutlich länger und schmaler. Beachtlich ist die Größe der Wildreispflanze, die bis zu fünf Meter hoch werden kann.

Wildreis gehört zur Gattung Zizania und stammt vor allem aus Nordamerika und aus Teilen Ostasiens. Die nordamerikanischen Wildreisarten wachsen überwiegend in der Region rund um die großen kanadischen und nordamerikanischen Seen, im Norden der Provinzen Alberta, Manitoba, Saskatchewan und Ontario, sowie am Mississippi. Geerntet wird Wildreis im Spätsommer, meist in der Zeit von Mitte August bis Anfang September.

Fester Bestandteil der indigenen Küche

Wildreis ist bereits seit über 3.000 Jahren ein wichtiger Bestandteil der Ernährung der indigenen Bevölkerung Nordamerikas. Die traditionelle Erntemethode der indigenen Völker war aufwendig: In einem Boot sitzend wurden die Halme mithilfe von Holzstöcken nach vorne gebogen und die Körner über dem Boot herausgeklopft. Beim Zurückschnellen der Halme landet ein Teil der Körner im Wasser, wo sie wieder als Saatgut für neue Pflanzen dienten. Danach wurden die Körner in der Sonne oder über einem Feuer getrocknet, wodurch sie sich von grünlich-braun zu schwarz verfärben.

Da die Nachfrage im Laufe der Jahre immer größer geworden ist, wird Wildreis heute vielfach auch gezielt in Wasserbecken angebaut und dank Mähdreschern oder mit Propellerbooten maschinell geerntet und anschließend erhitzt und getrocknet. Damals wie heute werden die Körner nach dem Trocknen noch entspelzt – das heißt, dass die feinen Hüllen um die Körnen herum entfernt werden.

Im Supermarkt ist Wildreis fast nur als Wildreis-Mix erhältlich – also gemischt mit herkömmlichem Reis – aber in einigen Feinkostgeschäften sowie online ist er auch pur erhältlich.

Viel Nährwertpower in kleinem Korn

Wildreis schmeckt nicht nur angenehm nussig, er eignet sich auch ideal für eine gesundheitsbewusste Ernährung: Er ist fett- und kalorienarm und steckt voller B-Vitamine sowie Magnesium, Calcium, Kalium und Zink. Besonders punktet er durch seinen hohen Proteingehalt, der mehr als doppelt so hoch ist wie der von ‘echtem’ Reis. Dank seines niedrigen glykämischen Indexes ist er speziell bei Diabetes eine leckere und gesündere Alternative zu weißem oder braunem Reis.